Qualitäten eines Gildenmeisters

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Contiki
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Qualitäten eines Gildenmeisters

Beitrag von Contiki » Freitag, 15. Juli 2011, 21:43 Uhr

Moin, Gilde,

hab gerade eine Folge vom Instance-Podcast gehört, an deren Ende ein kurzes Segment über die Qualitäten eines Gildenmeisters kam. Fand ich spannend und wollt's euch nicht vorenthalten. Ich hab's frei übersetzt; war ursprünglich Englisch. Am Ende des Beitrags findet ihr die Quelle, falls ihr das Original nachlesen möchtet.

Anmerkung von mir: einige Qualitäten werden erst wichtig, wenn die Gilde ne bestimmte Größe erreicht. Manche sind für Minigilden vollkommen unwichtig. Wiederum andere sind zu Schwarz-Weiß und noch andere Punkte sind in meinen Augen Unfug. Aber alle regen zum Nachdenken an. Das ist ganz sicher nicht die Gildenmeister-Bibel. Nehmt nicht alles wörtlich :)



Qualitäten eines Gildenmeisters


  1. Sei bereit, Geld auszugeben. Echtes Geld.

    Du brauchst zwei Dinge, die Geld kosten, um eine Gilde langfristig erfolgreich zu führen. Erstens, eine schicke Webseite und zweitens Sprachchat. Für die Webseite findest du sicherlich Anbieter mit kostenlosen Komplettpaketen - was nichts kostet, ist aber auch nichts. Zumindest meistens. Solche Anbieter sind generell leistungsschwächer und weiger robust als kostenpflichtige. Oder du machst es gleich selbst, aber auch ein eigener Server kostet Geld. Eine echte Webseite mit Forum ist für erfolgreiche Gilden Pflicht. Was den Sprachchat angeht, beschaff deiner Gilde einen Server mit mindestens 25 Slots. Wenn du später mehr brauchst, scheu dich nicht vor dem Upgrade. Hol dir mehr Slots!
    • Mit deinen Gildies auch außerhalb des Spiels und ganz persönlich sprechen zu können, ist eine der besten Möglichkeiten, dauerhafte Beziehungen zu knüpfen und deine Spieler weit jenseits dessen kennenzulernen, was der Gildenchat bietet.
  2. Sei selbstlos.

    Eine Gilde dreht sich um die Spieler, nicht um dich. Rechne damit, dass du weniger spielst und mehr Zeit damit verbringst, die Gilde zu verwalten. Gerade kurz nach der Gründung einer Gilde sorg dafür, die richtige Stimmung zu kultivieren. Auch das kommt nicht von selbst. Falls du nicht bereit bist, Zeit für die Gilde zu opfern, such dir ne andere Aufgabe. Eine Gilde zu leiten, erfordert das größte aller großen Engagements.
    • Ich erinnere mich an einen Gildenmeister, der ständig an der gleichen Stelle saß. Ich lauf vorbei und er sitzt da, seelenruhig auf seinem Mount, anscheinend ohne irgendwas zu tun. Ich hab mich immer gefragt, was zur Hölle der Typ die ganze Zeit macht. Jetzt weiß ich's.
  3. Sei entschlossen.

    Es gab zwei Momente, in denen ich mir dachte, "Scheiß drauf, das ist es nicht wert!" So was passiert typischerweise immer dann, wenn Spieler, mit denen ich ewig viel Zeit verbracht habe, einfach so abhauen und zu ner anderen Gilde wechseln. So etwas wird passieren. Sprich mir nach: Es. Wird. Passieren. Halt deine Gilde am Laufen, gerade kurz nach der Gründung. Wenn Beziehungen auf diese Art zerbrechen, kann es wehtun. Es kann deinem Raidteam wehtun oder dir persönlich. Sorg dafür, dass du emotional stabil. Lass dich von solchen Zwischenfällen nicht dazu hinreißen, das Handtuch zu werfen.
    • Eine Gilde zu leiten, ist mit Abstand das härteste, was ich je gemacht hab. Ich hab die Regel, wenn ein Spieler die Gilde verlässt, zwei neue einzuladen.
  4. Sei bereit, Zeit zu investieren.

    Wieviel Zeit? Je nach deinen Ratsmitgliedern und je nach deinen Zielen täglich zwischen einer und drei Stunden. Und selbstverständlich solltest du bereit und in der Lage sein, jeden Tag zu spielen. Aber verausgabe dich nicht! Wenn du dich verausgabst, ist Feierabend - gerade in der wichtigen Anfangszeit einer Gilde.

    Rechne damit, viel Zeit in Flüsternachrichten, im Gildenchat und im Sprachchat zu verbringen. Bau persönliche Beziehungen zu deinen Spielern auf, sonst verlassen sie die Gilde im Handumdrehen. Investiere in sie, damit sie Lust bekommen, in die Gilde zu investieren. Du wirst außerdem ne Menge Zeit damit verbringen, deine Webseite auf den neusten Stand zu bringen, zu pflegen und einfach schick aussehen zu lassen. Wenn du Spieler rekrutierst, verweise sie nicht an eine hässliche Webseite.

    Du wirst Events planen, Instanzen starten und Raids anbieten. Du schreibst Briefe im Spiel. Du schreibst Beiträge im Forum. Du interviewst potentielle neue Spieler. Neue Spieler zu finden, ist die eine Herausforderung. Sie zu behalten eine ganz andere - und die deutlich schwierigere. Das ganze geht non-stop, denn deine Spieler spielen zu allen möglichen Urzeiten. Es ist jeden Tag, immer, die ganze Zeit. Falls du das - gerade in der Anfangszeit deiner Gilde - nicht leisten kannst, wird deine Gilde scheitern.
    • Denk dran, eine Gilde mit 50 bis 200 Spielern ist wie eine kleine Firma. Bist du bereit dafür? Ich hab Gilden mit 200 Mitgliedern gesehen, die über Nacht zusammenbrachen. So was kommt zum Beispiel durch mangelnde Führung. Oder durch zu schnelles Wachstum.
  5. Sei organisiert.

    5 Sekunden nach dem Einloggen wird dir jemand etwas zuflüstern. Oder mehrere Leute, die alle etwas von dir möchten. Zugegeben, das ist der schlimmste Fall, aber es wird immer mal passieren. Ich empfehle, einen Terminplaner zu benutzen. Einen, der völlig unabhängig von deinem Real-Life-Terminplaner ist. Wenn du als Gildenmeister effektiv sein möchtest, sorg dafür, dass du weißt, wie du deine Zeit verbringst. Die Bank sortieren, den nächsten Raid planen, einen neuen Spieler interviewen, eine Fünfer-Ini machen, jemandem dabei helfen, sich den Sprachchat einzurichten, und und und.
    • Es ist vielleicht nicht nur Spaß die ganze Zeit, aber du musst einen schriftlichen Plan für alles haben, mit Zielen für den Monat und die Woche. Wenn du deine gesamte Zeit in HCs verbringst, kommen viele Aspekte der Gilde zu kurz. Du brauchst schriftlich festgehaltene Regeln. Für das Verhalten in Raids, für die Beuteverteilung, für das Verhalten deiner Spieler untereinander, in der Gilde, alles fertig und vorbereitet, noch bevor du die Gilde überhaupt gründest.
  6. Sei einfühlsam.

    Bleib mit deiner Gilde in Verbindung. Dazu gehört, mit jedem und allen Gildenmitgliedern zu sprechen. Lass keine Gelegenheit aus, einfach mal jemandem Hallo zu sagen und ihn zu fragen, wie's ihm geht. Du brauchst ein Gespür dafür, wann deine Spieler unruhig oder unzufrieden mit einer Situation sind; wann sie sich ausgegrenzt fühlen; oder wann die Gilde neue Gesichter gebrauchen könnte.

    Wie fühlen sich deine Spieler? Du musst in der Lage sein, Feuer zu löschen und du brauchst einen sechsten Sinn dafür, entstehende Brände sofort zu erkennen, bevor sie zu einem Problem werden. Spieler haben ein Recht darauf, sich hinter deinem Rücken über einander zu beschweren, aber sei nicht naiv: du brauchst ein Gespür dafür, wann deine Gilde mit einem bestimmten Spieler oder einem Ratsmitglied unzufrieden ist. Und dafür, wann sie sich von deinen Zielen (oder dem Mangel an Zielen) nicht inspiriert fühlen. Du setzt doch Ziele, oder?
    • Wenn du Spieler rekrutierst, achte darauf, wie sie deine Fragen beantworten. Wenn dein Spinnensinn dir sagt, dass mit einem Spieler etwas nicht stimmt, lade ihn nicht ein. Und fühl dich bloß nicht verpflichtet, ihn doch einzuladen und ihn zu ändern oder zu erziehen. Das hier ist der Ort, an dem du dich nicht mit Kackbratzen abgeben musst.
  7. Delegiere.

    Du wirst nicht überleben, wenn du alles allein machst. Für die ersten Wochen nach Gildengründung wirst du notgedrungen alles machen, aber dann brauchst du Ratsmitglieder. Delegiere die täglichen und die wöchentlichen Aufgaben an deine Ratsmitglieder: Bank, DKP, Raidplanung, Rekrutierung, Beförderungen, Bosskämpfe lernen, Webseite erstellen, Forum moderieren, Events durchführen.
    • All das kannst du nicht allein. Ernenne Ratsmitglieder.
  8. Führe.

    Bist du ein Mitläufer? Falls ja, werd kein Gildenmeister. Als Gildenmeister bist du verantwortlich für das Wohl der Gilde. Punkt. Sorg dafür, dass deine Gilde ohne Drama auskommt. Hege und pflege sie, lass sie wachsen und gedeihen. Sorg für Harmonie, Spaß und Fortschritt, ohne dabei der alles überwachende Diktator zu werden. Sprich mir nach: "Es ist unsere Gilde!" Versteh mich nicht falsch. Lass keine Gelegenheit aus, ein Arschloch aus der Gilde zu werfen - deine Spieler erwarten, dass du hart durchgreifst, wenn es nötig wird.

    Führung kannst du mit einem Wort zusammenfassen: Kommunikation. Ist es schwer für dich, anderen zu sagen, wo es lang geht? Hören andere auf dich? Wenn die Antwort auf eine der beiden Fragen Nein ist, werd kein Gildenmeister. [Anmerkung von mir: Hier meint er vermutlich, dass Gilden keinen Gildenmeister brauchen, der es besonders geil findet, Kommandos zu schreien. Wenn du dich ein bißchen unwohl dabei fühlst, andere zu befehligen, aber sie dir dennoch folgen, bist du auf dem richtigen Weg. Sowohl menschlich als auch in der Position als Gildenmeister.]
    • Deinen Führungsstil kannst du verbessern. Ich glaube daran, dass gute Kommunizierer automatisch auch geborene Anführer sind. Aber du kannst daran arbeiten, wie du kommunizierst - und dadurch ne bessere Führungspersönlichkeit werden.
  9. Sei sozial kompetent.

    Bist du ein geselliger Mensch oder geht's dir auf den Keks, wenn Menschen ständig mit dir sprechen? Um Gildenmeister sein zu können, muss es für dich eine Gelegenheit sein, mit Menschen sprechen zu dürfen. Dies sind deine Menschen. Sie wollen und müssen von dir inspiriert sein! Also tu genau das bei jeder Gelegenheit. Sei charismatisch und charmant. Sprich mit ihnen, sorg dafür, dass sie sich wie jemand Besonderes fühlen. Versetze sie in die Lage, erfolgreich zu sein und sorg dafür, dass deine Gilde gedeiht!

    Rekrutiere immer weiter. Wenn jemand geht, finde zwei neue Spieler. Ermutige deine Spieler, miteinander zu sprechen und sich kennenzulernen. Das ist das wichtigste überhaupt. Eine Gilde, die zusammen spielt, bleibt zusammen.
    • Schaffe eine Gildenkultur unterstützender Freundschaft. Wenn du das schaffst, ist alles möglich.
  10. Sorge und ermutige.

    Sei fürsorglich und liebe deine Gilde. Frag irgendjemandem nach seinem Lieblingslehrer und in neun von zehn Fällen wird er dir jemanden nennen, der sich gekümmert hat und der ihn dazu ermutigt hat, mehr zu versuchen als er selbst für möglich hielt.
    • Genau das sollte auf jeden deiner Spieler zutreffen. Lern sie kennen und geh auf ihre positiven Seiten ein - konzentrier dich nicht zu sehr auf ihre negativen Seiten.


Fazit: Gilden sind ein unerschöpflicher Quell an Arbeit, Erschöpfung, Depression, Zweifel und Wut. Allerdings sind alle negativen Erlebnisse die Reise plötzlich wert, wenn die Gilde unter deiner Führung wächst und gedeiht und etwas Besonderes wird. Egal, ob ihr den Endboss tötet oder gemeinsam ein aufwändiges Gildenprojekt angeht.

Das Gefühl, deine Gilde erfolgreich zu sehen, lässt den Aufwand wie einen fairen Preis aussehen.




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Das stammt von der Webseite, die hinter diesem 90-Sekunden-Schnipsel am Ende des Instance-Podcasts steht, und zwar ist das Love to the Guild Leader. Hab auf der Seite mal ne Runde gestöbert.

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